Restaurierung der Motormühle

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In diesem Jahr wird die neben der Windmühle stehende Motormühle eine ganz besondere Rolle spielen in der Geschichte des Mühlenvereins. Sie wird in diesem Jahr komplett renoviert und restauriert. Im letzten Jahr wurde dazu in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wallenhorst ein Sanierungsplan mit Kostenschätzung erstellt. Mit dieser Kostenschätzung wurden dann Förderanträge gestellt und auch bewilligt. Einen großen Brocken der anstehenden Kosten wird das Amt für regionale Landentwicklung (ArL) übernehmen im Rahmen der integrierten ländlichen Entwicklungskonzepte (ILEK). Weitere Zusagen wurden durch eine gemeinsame Förderung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück erteilt und auch die Gemeinde Wallenhorst wird sich an dem Vorhaben beteiligen.

Was soll im Einzelnen an der Motormühle gemacht werden? Wodurch werden derartige Kosten verursacht?

Die hinteren Anbauten an der Motormühle wurden beim ursprünglichen Bau nicht mit einem tragfähigen Fundament versehen. Die rückwärtigen Gebäudeteile sacken daher ab und drohen über kurz oder lang zusammenzufallen. Dazu muss (ähnlich wie bereits beim zukünftigen Plaggeneschmuseum) ein neues Fundament unter die bereits bestehenden Mauern eingebracht werden. Dann bedarf der Anbau eines komplett neuen Daches, da auch hier in der Vergangenheit gespart worden ist. Der Herforder-Motor, der in dem Anbau untergebracht ist, wird anschließend für die Besucher von einer Art Galerie zu besichtigen sein und somit gefahrlos auch im Betrieb bestaunt werden können.

Weiterhin müssen sämtliche Holzteile in der Motormühle einer Holzwurmbekämpfung unterzogen werden. Wir haben uns da für eine Begasung entschieden. Eine Behandlung mit Wärme würde vermutlich Folgeschäden an Mühlenteilen nach sich ziehen.

Anschließend werden die in der Motormühle vorhandenen Müllereimaschinen überholt und wir hoffen danach wieder eine funktions- und einsatzfähige Motormühle zur Verfügung zu haben. Im Innenbereich wird die komplette Elektroeinrichtung erneuert und im Außenbereich wird die Motormühle mit einem neuen Anstrich versehen. Außerdem werden die Laderampen im vorderen Bereich erneuert.

Insgesamt gesehen haben wir uns da schon etwas vor die Brust genommen. Auf dieser Seite werden wir Sie informieren, wenn sich etwas Neues getan hat oder Baufortschritte zu vermelden sind.

Aktueller Stand der Restaurierungsarbeiten:

Stand August 2019

Im August hat sich einiges getan an der Motormühle. Die komplette Mühle ist zur Zeit eingerüstet. Im hinteren Bereich sind die Räume auch mit einem Innengerüst ausgestattet. Das wurde benötigt, um den alten Putz von den Wänden zu entfernen. Diese Arbeit wurde im Sandstrahlverfahren durchgeführt. Nicht besonders schön, weil jetzt alles eingestaubt ist, aber sehr effektiv. Nachdem der Sandstrahler durch war konnte man die „Maurerkunst“ der vergangenen Jahre bestaunen. Es sind wohl nicht immer Profis am Werk gewesen. Auch die Schäden durch das Absacken der Außenmauer wurden noch deutlicher sichtbar. 

Um später den Herforder Motor auch im Betrieb gefahrlos beobachten zu können, wurde ein offenes Fenster in eine Innenwand eingebaut. Darüber liegt jetzt ein stabiler Sturz, der später noch einen Stahlträger aufnehmen muss. Diesen Träger bauen wir uns ein, um später problemlos Motorteile des Herforder Motors anheben zu können.

Mittlerweile wurden auch die Mauerköpfe mit einem neuen Ringanker versehen. Dieser Ringanker hält einerseits das Mauerwerk zusammen und andererseits dient er als Aufnahme für das neue Dach. Nach Außen wird der Ringanker wieder mit dem alten Mauerwerk verdeckt, so dass hinterher nichts mehr davon zu sehen ist. 

Das Hauptgebäude der Motormühle soll neu gestrichen werden. Zur Vorbereitung ist deshalb das ganze Gebäude mit einem Hochdruckreiniger intensiv behandelt worden. Es ist keine alte Farbe mehr an der Wand. Die sich zeigenden Risse sind verspachtelt worden und der Holzdachüberstand ist bereits gestrichen. 

Die beiden Rampen vor der Mühle waren abgängig. Die rostende Betonbewehrung hatte über die Jahre den Beton zersprengt. Deshalb werden sie jetzt komplett entfernt und in gleicher Form wieder neu aufgebaut. Die alten Rampen sind mittlerweile bereits verschwunden und die Schalung für die neuen Rampen entstehen zur Zeit.

Im Keller ist inzwischen auch der Elektriker tätigt und hat den Hauptschaltschrank verlegt. Bisher hing der Schrank im Motorraum an der Wand. Das war keine gute Lösung. Mittlerweile sind immer mehr Räume und Geräte angeschlossen und der Platz wurde zu eng. Deshalb haben wir uns entschlossen, einen neuen Schaltschrank im dem Transmissionskeller zu installieren. Die Hauptarbeiten wurden durch eine Fachfirma erledigt, die vielen neuen Anschlüsse der einzelnen Räume und Maschinen werden die vereinseigenen Elektriker dann in der nächsten Zeit erledigen.

Stand 30.07.2019

Die Zimmerleute haben gleich neues Holz für die Böden und einen auszuwechselnden Balken mitgebracht. Im Lagerraum und in der 1. Etage der Motormühle wurde der Nadelholzboden teilweise entfernt. Einige Balken machten keinen sehr guten Eindruck. Aber noch stellt das alles kein Problem da. Das alte Dach wurde aufgeladen und abgefahren. 

Stand 29.07.2019

Jetzt ist auch der Zimmermann eingetroffen. Am ersten Tag wurde das alte Dach entfernt. Dabei musste vorsichtig gearbeitet werden, damit keine Dachteile nach innen fallen und weitere Schäden anrichten und auch, damit das alte Mauerwerk so wenig Schaden wie möglich nimmt. Das ist den Zimmerleuten anscheinend gelunden. Die vorgefundenen Dachhölzer waren z. T. in einem sehr schlechten Zustand. Vorsichtshalber wurde das Dach beim Abbau auch nicht mehr betreten. Jetzt können wir von oben in die Räume hineinschauen. Damit die wenigen verbliebenen Maschinen keinen Schaden nehmen haben wir sie bereits im Vorfeld in einem Holzverschlag sicher verstaut oder ganz spontan mit Folie verkleidet.

Stand 22.07.2019

Bei ihrem zweiten Besuch in Lechtingen nimmt sich die Fa. Vaags insbesondere den Plansichter vor, der oben in der Motormühle hängt. Viele Holzteile und Siebbespannungen müssen vorsichtig auseinander genommen werden. Hier hat der Holzwurm in den letzten 60 Jahre einige Arbeit geleistet. Aber auch das ist alles kein Problem, so der Mühlenbauer!

Stand 19.07.2019

Mittlerweile sind auch die Gerüstbauer vor Ort. Der Anbau an die Motormühle wird von außen eingerüstet um das Mauerwerk zu überholen und ausreichend Sicherheit für den Aufbau des neuen Daches zu haben.

Stand 11.07.2019

Die Mühlenbaufirma Vaags aus den Niederlanden war vor Ort, um sich die in der Motormühle noch vorhandene Mühlentechnik genauer anzusehen. Danach wird entschieden, welche Arbeiten genau auszuführen sind. Insgesamt ergab die erste Sichtung kein allzu schlechtes Bild. Die Technik ist trotz des Stillstands von fast 60 Jahren in einem sehr guten Zustand. Das lässt hoffen.

Stand 05.07 .2019

Die ersten Bauarbeiter sind auf der Mühlenbaustelle erschienen. Als erstes wird das bisher fehlende Fundament gebaut. Dazu werden immer meterweise die Mauern freigelegt und anschließend mit Beton verfüllt. Eisen kommt ebenfalls hinzu. So hoffen wir dem Absinken der Wände entgegen zu wirken.

Stand 12.05.2019

Der Mühlenverein ist dabei einige Vorarbeiten zu erledigen. Die Motormühle wurde schon teilweise freigeräumt von Einrichtungs- und Lagergegenständen, die bei den anstehenden Bauarbeiten hinderlich wären. Hierzu haben wir uns eine alte Wechselbrücke gekauft. Die nutzen wir jetzt als Übergangslager.

Stand 05.05.2019

Damit der Herforder Motor bei den Bauvorhaben keine Beschädigungen erleidet, wurde eine stabile Holzkonstruktion montiert. Auch die historische Schalttafel aus Marmor an der Wand im Motorenraum wurde verkleidet. Somit ist beides vor allen Eventualitäten geschützt.

Der Motor, verkleidet durch eine Holzkiste
Während der Arbeit beim Verkleiden der Schalttafel
Die Kiste schützt den gesamten Herforder
Ein paar Kabel mussten entfernt werden
Alles wurde anschließend noch in Folie eingepackt
Auch die Mamortafel ist jetzt fertig eingepackt und geschützt

Stand 28.04.2019

Die Ausschreibungen für die Handwerksbetriebe werden durch den Architekten gefertigt. 

Stand 21.04.2019

Der Architekt für das Projekt steht fest. Die Gemeinde Wallenhorst hat Herrn Hans Riepenhoff dafür gewonnen. Mit ihm wurde schon öfter zusammengearbeitet an verschiedenen Projekten.

Stand März 2019

Die letzten Förderzusagen wurden erteilt.

Stand 2018

Der Förderantrag wurde bei dem Amt für regionale Landentwicklung (ArL) eingereicht. Zusammen mit dem Förderantrag wurde auch eine Kostenschätzung vorgelegt.